Das Preis-Exposure ist der leichte Teil. Ein xStock soll sich mit der zugrunde liegenden Aktie bewegen, und für viele Halter ist genau das der ganze Zweck. Die Lücke zeigt sich überall sonst.
Zuerst geht das Eigentum. Kauf oder Besitz eines xStocks verschafft dir kein Eigentum an und keine Rechte in der zugrunde liegenden Aktie oder dem ausgebenden Unternehmen. Du stehst in keinem Aktienregister. Was du hältst, ist kein Anspruch gegen Apple oder Tesla, sondern ein Anspruch gegen die Verpflichtung des Emittenten, diese Aktie abzubilden.
Mit dem Eigentum geht das Stimmrecht. Keine Hauptversammlung, kein Mitspracherecht bei Aufsichtsratsposten oder Rückkäufen. Für die meisten Privatanleger ist das theoretisch. Wer Aktien auch wegen der Mitbestimmung kauft, verliert real etwas.
Dann die Frage, wer hinter der Position steht. In einem normalen Depot werden Aktien für dich verwahrt, und je nach Rechtsordnung greift bei Ausfall des Brokers eine Entschädigungseinrichtung. Bei einer tokenisierten Aktie bist du dem Emittenten ausgesetzt, dem Prime Broker mit den Deckungsaktien und der Börse oder Wallet, in der der Token liegt. Die Deckung ist 1:1, aber Deckung ist ein Versprechen über Vermögenswerte, keine staatliche Garantie über Ergebnisse.
Auch der Handel selbst unterscheidet sich. Die Liquidität tokenisierter Aktien ist dünner als im Basismarkt, Spreads können weiter sein, und der Tokenpreis kann in angespannten oder illiquiden Phasen vom Aktienkurs abweichen. Diese Abweichung wird als bekanntes Risiko offengelegt, nicht als Randfall.
Was du dafür bekommst, ist real und sollte klar benannt werden: Zugang aus Ländern, in denen ein US-Depot mühsam ist, Bruchteils-Exposure ab sehr kleinen Beträgen, Abwicklung ohne traditionellen Clearing-Zyklus und ein Token, den du tatsächlich in die eigene Wallet bewegen kannst.
Mein Rahmen dafür: xStocks sind eine gute Antwort auf ein Zugangsproblem und ein schlechter Ersatz für Aktienbesitz. Stehst du zwischen einem funktionierenden lokalen Broker und einer tokenisierten Hülle derselben US-Aktie, gewinnt meist der Broker. Ist der Broker für dich nicht verfügbar, sind die genannten Kompromisse der Eintrittspreis – und man sollte sie lesen, bevor man ihn zahlt.
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